St.-Nikolai-Kirche zu Apen

Die St.-Nikolai-Kirche in Apen ist im Jahre 1239 erbaut worden. 2014 hat die Kirchengemeinde die 775-Jahr-Feier begangen. Es handelt sich hier um eine Backsteinkirche, die auf dem alten Aper Friedhof steht. Das Kirchengebäude ist von 1990 bis 1995 vollständig renoviert worden. Im separat stehenden Kirchturm hängen zwei Glocken. Die älteste und auch kleinere stammt aus der Zeit um 1350 und ist eine der ältesten Glocken Nordwestdeutschlands. Sie trägt das Bildnis der Heiligen Katharina und wird daher Katharinenglocke genannt. Die andere und größere Glocke ist im Jahre 1621 gegossen und im 30-jährigen Krieg von den Soldaten des Grafen v. Mansfeld nach Apen gebracht worden. Trotz der anderslautenden Inschrift über dem Torbogen stammt der Turm aus dem Jahre 1497. Ein Stein zwischen zwei Schalllöchern weist in lateinischen Schriftzeichen diese Jahreszahl aus.

 

Da während und nach der Reformation alle Kunstwerke aus den damaligen katholischen Kirchen entfernt worden sind, hat man in Oldenburg ab dem 30-jährigen Krieg wieder begonnen, die Kirchen auszuschmücken. In dieser Zeit sind auch die Kunstwerke in der St.-Nikolai-Kirche zu Apen entstanden. Besonders zu erwähnen ist  die im Jahre 1625 von dem Hamburger Schnitzer Ludwig Münstermann angefertigte Kanzel. Sie ist im Auftrage des Oldenburgischen Grafen Anton Günther hergestellt worden. Diese Kanzel ist eine der schönsten in unserem Land und weithin als ein besonderes Werk dieser an Kunstschaffen so armen Zeit bekannt. Erst im Jahr 2000 ist diese Kanzel umfangreich restauriert worden. Seitdem tritt die Schönheit der Schnitzarbeiten besonders deutlich hervor. Der Altar ist zu einer späteren Zeit entstanden. Nach der Inschrift im barocken Rahmen stammt er aus der Regierungszeit des dänischen Königs Friedrich IV. (1699-1730). Angefertigt worden ist er von dem Künstler Jöllemann, geb.in Haselünne). Am Altarrahmen lehnen die beiden Apostel Petrus und Paulus. Zwei Engel weisen oben am Altar auf den auferstandenen Christus im Strahlenkranz. Das Bild des Altars stellt in einfacher aber sehr eindringlicher Weise das Abendmahl dar, mit bodenständigen Gestalten und eindrucksvollen Gesichtern. Links und rechts hinter dem Altar sind Fresken (Wandmalereien) aus der Frühzeit unserer Kirche zu sehen.

 

Auf dem Altar stehen drei Kerzenleuchter, die von einem Kommandanten der Aper Festung im Jahr 1640 gestiftet worden sind. Der mittlere trägt die Aufschrift Hans Jacob Rebmann, 1640. Zwei Kelche stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Die beiden großen Kerzenkronen sind eine Stiftung der Familie van Dranten aus dem Jahre 1663 und tragen beide eine Inschrift. Sie sind aus massivem Messing. Zu den Stiftern gehören auch die Grabplatten im Turmdurchgang. Ebenfalls aus Messing, sehr schwer und in ihrer Art sehr selten anzutreffen, ist die Taufe. Sie trägt eine nicht leicht zu entziffernde Inschrift, die aber so viel aussagt, daß sie im Jahre 1691 der Kirche gestiftet worden ist. Links neben dem Altar ist jetzt ein Findling zu sehen. Seine eingearbeitete Vertiefung deutet darauf hin, daß es sich um ein Weihwasserbecken aus der Anfangzeit der Aper Kirche handeln könnte. Unter der Empore steht ein alter massiver Opferstock aus dem Jahre 1635.

 

Das neueste Stück in der Aper Kirche befindet sich auf der Empore. Die 1970 von Paul Ott aus Göttingen angefertigte Orgel umfaßt 13 Register. Seit Ende Januar 2008 schlägt uns eine neue Kirchturmuhrenglocke die Stunde. Da die alte Glocke wegen eines Risses unbrauchbar geworden ist, hat man sich für eine Neuanschaffung entschieden. Die passgenau gegossene Bronzeglocke wiegt 38kg. Als Erinnerungsstück bleibt uns die alte Glocke erhalten und kann besichtigt werden.

 

Unsere alte Aper St.-Nikolai-Kirche ist von einer besonderen Schönheit, seit über 775 Jahren mit dem Turm Wahrzeichen der Gemeinde zur Ehre Gottes und zur Freude derer, die sie aufsuchen. Besucher haben die Möglichkeit, die Kirche von Ostern bis Erntedank zu besichtigen. In dieser Zeit ist sie verlässlich geöffnet.         

 

Friedenskirche zu Augustfehn

Am 25.Februar 1957 hat eine Gemeindeversammlung dem Bau einer Kirche im jungen Fehnort Augustfehn zugestimmt. Durch reichliche Spenden und tatkräftige, freiwillige Arbeit ist recht schnell eine Kirche direkt am Augustfehnkanal gebaut worden. Bereits im November 1957 hat man den vierständrigen Einraumbau mit Namen Friedenskirche durch Bischof Jacobi (OL) weihen können.

 

Ihr Name ist als Zeichen der Hoffnung auf friedlichere Zeiten gewählt worden. Die Friedenskirche ist von Grund auf mit rotem Backstein gemauert. Bänke, Kanzel, Altar und Taufe hat die Firma Gerold Bley aus Augustfehn geliefert. Die heute noch bestehende Orgel von E.F. Walcker (Ludwigsburg) mit 10 Registern ist am 27.Januar 1963 geweiht worden.

 

Der frei stehende Glockenturm ist 20m hoch und hat sechzig Jahre lang drei große Stahlglocken beinhaltet. 2017 ist ein hölzerner Läutestuhl mit drei neuen Bronzeglocken eingebaut worden. Sie erklingen weiterhin wie zuvor in der Tonfolge g-a-c, dem Gloriamotiv. Als Inschrift sind die drei Abschnitte des Lobgesangs der Engel (Lukas 2,14) auf die Glocken verteilt: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen".

 

Die neuen Klangkörper haben ein Gewicht von 638, 448 und 252kg und sind bei der Firma Eijsbouts in Asten, Niederlande gegossen worden. Für den erfolgten fachgerechten Einbau des Geläuts samt Glockenstuhl und Läutetechnik ist die Firma Otto-Buer aus Neustadt, Schleswig-Holstein zu nennen.

 

Das hinter dem Kirchturm gelegene Gemeindezentrum enthält den Gottesdienstraum, mehrere Mehrzweckräume und direkt angefügt die Pastorenwohnung.

 

Kapelle zu Godensholt

Die gegenwärtige Einraum-Kapelle in Godensholt ist ein Neubau aus dem Jahre 1958. Sie ist die dritte am Friedhof und wurde aus rotem Backstein gebaut. Ein weit überstehendes Walmdach, das auf dem nördlichen Ende des First einen Reiter trägt, bildet einen geschützten Platz vor dem Eingang.

 

Das Innere der Kapelle ist schlicht, aber anheimelnd eingerichtet. Aus freiwilligen Gaben der Godensholter wurden 1972 zwei Bronzeglocken beschafft, welche die Gießerei Gebrüder Bachert aus Karlsruhe goß.

 

Deren Inschriften lauten: "Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden" (Römer 12,15) und "des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit" (1.Petrus 1,25). Sie hängen in einem freistehenden  Eisengerüstglockenträger.

 

Auf dem Friedhof befinden sich auch acht Gräber von im April 1945 gefallener Soldaten. Erst vor wenigen Jahren hat die Kapelle einen grossen Erweiterungsbau erhalten, der als Mehrzweckraum allen Anforderungen gerecht wird.

 

 

 

Kapelle zu Nordloh

Im Jahr 1800 erklärten die Einwohner von Nordloh und Tange, sie wollten nicht mehr an Kirche und Friedhof in Godensholt beteiligt sein. Besonders der im Winter beschwerliche Weg zur Kirche war Grund genug. So wurde zunächst 1801 ein Friedhof in Nordloh angelegt.

 

Am Ostrand des Friedhofes entstand 1803 dann eine mit rotem Backstein gebaute Kapelle. Gegenüber der Kapelle errichtete man 1959 am Westeingang einen ammerschen Torturm. Er dient als Träger zweier Stahlglocken, die 1959 in der Wilhelmshütte (Harz) gegossen wurden.

 

Deren Inschriften lauten: "Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht" (Matthäus 24,35) und "Gedenket de Opfer, gedenket der Not, verleih uns Frieden, gnädiger Gott".

 

In der Südwestecke des Friedhofes baute man dann eine neue, grössere Kapelle. Die Einraumkapelle wurde am 6. September 1970 durch OKR Heinrich Höpken (OL) eingeweiht. Sie ist aus rotem Backstein gebaut und besitzt ein Walmdach.

 

Notwendige Nebenräume kamen 1981 mit einem südlichen Anbau hinzu. So kann der Gottesdienstraum bei Bedarf vergrössert werden. Die alte Kapelle von 1803 steht heute noch gut erhalten am ihren Platze und dient als Aufbahrungshaus.

 

 

Kapelle zu Vreschen-Bokel

Diese kleine Kapelle ist eines der letzten erhaltenen Bethäuser aus vorreformatorischer Zeit in dieser Region. Der Backsteinbau wurde 1456 errichtet und steht zum Schutz vor früher häufigem Hochwasser auf einer kleinen Wurt.

 

Nach der Reformation, die hier nach 1529 schnell alle Gemeinden erfasste, verfiel die Kapelle zunächst. Mit Unterstützung des sehr populären Oldenburger Grafen Anton-Günther wurde sie ab 1623 wieder in Stand gesetzt und wird seitdem regelmäßig für Gottesdienste genutzt. Auf Verfall und Wiederherstellung deutet das große Backsteinformat rundum bis zur Höhe der alten Strebepfeiler hin. Darüber folgen Backsteine kleineren Formats. In der Westmauer des Gebäudes befindet sich der Eingang.

 

Die Ausstattung der Kapelle stammt überwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Der Altaraufsatz stellt Christgeburt, Auferstehung und Pfingsten dar. Gut erhalten und restauriert sind auch die Kanzel und der sechseckige, mit ausgesägten, barocken Farben versehene Tauftisch. Seit 1956 können sich die Gottesdienstbesucher auch über eine von Alfred Führer (WHV) gelieferte Orgel freuen.

 

Neben der Kapelle befand sich seit 1718 ein in typisch nordwestdeutscher Weise freistehend errichteter hölzerner Glockenturm. 1858 wurde er durch ein neues, ammersches Glocken- und Torhaus aus rotem Backstein ersetzt. Es ist mit einer Bronzeglocke aus dem Jahre 1716 und einer Stahlglocke aus dem Jahre 1957 ausgestattet. Die Glockeninschriften lauten: "JAN ALBERT DE GREVE ME FECIT AMSTERDAM A. D. 1716" und "VERLEIH UNS FRIEDEN GNÄDIGLICH".

 

Der Volksmund erzählt die folgende Legende:
Ein Bauer aus Holtgast musste im Kampfe gegen die Friesen sein Leben lassen. Seine junge Frau mit ihrem Kinde auf dem Arm hielt auf der Brücke, die über die Graft führte, Ausschau nach ihrem Mann, als plötzlich ein Reiter die Trauerbotschaft überbrachte. Die Frau war über die Todesnachricht so sehr erschrocken, dass sie ihr Kind fallen ließ und es in der Graft ertrank. Zur Sühne und für das Seelenheil des gefallenen Kriegers soll die Kapelle in Bokel erbaut worden sein.


Öffnungszeiten
Besichtigungen sind nach telefonischer Anmeldung beim Küster möglich:
Tel. 04489-3509

 

Gottesdienst
Am zweiten und vierten Sonntag im Monat um 11 Uhr  

 

 
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